Aktuelles

Jahresrundbrief 2025

Liebe Freunde unserer Ukrainearbeit,
sehr geehrte Damen und Herren,

„Христос Родився!“ (Khrystos Rodyvsia), „Christus ist geboren!“ Das ist die traditionelle ukrainische Weihnachts-
begrüßung. Die Antwort darauf lautet „Lasst uns ihn verherrlichen“. Seien Sie damit herzlich gegrüßt!

Die Menschen in der Ukraine werden nun das 3. Weihnachtsfest in dem Krieg erleben müssen, den Russland mit
unsäglichem Leid über dieses große europäische Land gebracht hat. Und dennoch gilt die Botschaft der Engel auf dem
Hirtenfeld von Bethlehem von der Freude und der Hoffnung (s. oben). Christus wurde in Armut geboren. Gott
solidarisiert sich besonders mit den Menschen in Armut und Leid.
Anfang April haben wir in einer Gruppe die Ukraine besucht und dort im Gebiet Tscherkassy mit unserer
Partnerorganisation unter ihrem Leiter Dr. Igor Shlonchak die weitere Zusammenarbeit beraten. Die persönlichen
Begegnungen mit den Menschen sind uns sehr wertvoll geworden. So konnten wir bei vielfältigen Begegnungen In
Dörfern und beim Erleben von Projekten eine herzliche und tiefe Verbundenheit erfahren.

Im christlichen Kinderhaus
Dumantsi haben wir die drei
Familien mit den insgesamt
20 Kindern trotz der

kriegsbedingten Ein-
schränkungen in guter

Verfassung angetroffen und

eine wertvolle Gemein-
schaft miteinander erlebt.

Das von den Kirchge-
meinden Gotha und Lemgo

gegründete und mit
Patenschaften für die Kinder unterstützte Waisenhaus war gerade 20 Jahre alt
geworden. Zum Abschied hat ein 10-jähriges Mädchen die Pflasterfläche vor
dem Haus bemalt: „Danke unseren deutschen Freunden, …ich liebe die
Ukraine und die Deutschen,…, ihr seid die besten Freunde, ihr seid super, Ehre
der Ukraine und ihren Helden, …“
In der Schule in Chorniavka, welche die Kinder aus Dumantsi besuchen,
erlebten wir wieder eine sehr engagierte Schulleiterin mit ihrem Team
und ca. 160 Schülern. Einige von ihnen haben Söhne bzw. Väter im
Krieg verloren. Während unseres Besuches gab es Luftalarm, worauf
alle im Luftschutzkeller Zuflucht nehmen mussten. Nach der
Entwarnung versammelten sich alle Kinder zu unserer Begrüßung in
der Aula zu einer Veranstaltung. Schülerinnen und Schüler kamen auf
uns zu, umarmten uns und dankten für unsere Hilfe für ihr Land – alles
sehr emotional ergreifend. Diese Schule ist die Partnerschule der
Evangelischen Regelschule in Gotha.

Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich
verkündige euch große Freude …; denn
euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr.
Weihnachtsbotschaft der Engel (Lukas 2,10-11)

Unterricht im Luftschutzkeller

Im September konnten wir wieder einen Sattelzug mit humanitärer
Hilfe nach Dumantsi in die Zentralukraine senden, im Wesentlichen
mit Sachspenden: Winterkleidung und Schuhe, Bettzeug, haltbare
Lebensmittel, Hygienebedarf, orthopädisches Hilfsmaterial,
Fahrräder, Computer etc. Die humanitäre Hilfe wurde bis in die
Frontgebiete im Osten, insbesondere in abgelegenen Dörfern, aber

auch an Soldaten an der Front verteilt.
Dank unserer Spenderinnen und Spender, sowie mit
Unterstützung unsrer Kirche haben wir mehrfach über
das Jahr spezielle finanzielle Hilfen leisten können. Aus
dem bei unserer Partnerorganisation eingerichteten
Nothilfefonds werden Lebensmittelpakete für

Alleinstehende, Behinderte,
Flüchtlingsfamilien und kinderreiche Familien finanziert. Die
Spenden ermöglichten zudem den Kauf von Medikamenten sowie die
Bereitstellung finanzieller Hilfen für medizinische Behandlungen,
beispielsweise auch für verwundete Soldaten. Darüber berichtete
Igor Shlonchak uns regelmäßig und dokumentiert die Verwendung
der Mittel. Im Oktober schrieb Igor: „Liebe Freunde, nur gemeinsam
können wir auch die schwierigsten Umstände überwinden. Vielen Dank an alle, die unserer leidgeprüften Ukraine auf
die eine oder andere Weise helfen. Bitte unterstützen Sie uns weiterhin mit allem, was Sie können.“
Am 6. Dezember konnten wir noch einen Transport von unserer
Aktion „Weihnachtsfreude für Kinder in der Ukraine 2025“ mit ca.
350 Weihnachtspäckchen und anderen Hilfsgütern auf die Reise
schicken. Bei Waisen- und Flüchtlingskindern, Kindern in
Kriegsgebieten sowie aus besonders bedürftigen Familien wird das
große Freude auslösen.
Ende November wird in der Ukraine jährlich der ca. 4 Millionen
Toten gedacht, die durch den Holodomor (Hungermord), eine im
Jahr 1931/1932 von Stalin bewusst herbeigeführte
Hungerkatastrophe, ihr Leben verloren. Dieses nationale Trauma
ist tief im historischen Gedächtnis des ukrainischen Volkes
verwurzelt und hat maßgeblichen Einfluss auf den starken
Widerstandswillen im Krieg gegen die russischen Aggressoren.
Nichts wünschen sich die Ukrainer mehr als Frieden. Aber wirklicher Frieden ist ohne Freiheit nicht möglich. Die
russische Herrschaft erweist sich in den besetzten Gebieten als Tyrannei. So darf „Frieden“ nicht aussehen. Ein Frieden
muss gerecht sein und in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht stehen!
Die Ukraine braucht unsere Solidarität. Mit Ihrer Hilfe werden wir auch im neuen Jahr das tun können, was uns möglich
ist. Wir danken Ihnen für Ihre wertvolle Unterstützung.
Ich darf Ihnen, trotz aller Ungewissheiten dieser Zeit, ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Jahr 2026
wünschen. Alles Gute für Sie und Ihre Lieben.
In herzlicher Verbundenheit grüßt Sie

Dietrich Wohlfarth
Ukrainefreunde Gotha e.V.

Kinderzeichnung aus dem Christlichen Kinderhaus in Dumantsi

Etwa 200 Gothaer versammelten sich am 24. Februar 2026 vor dem Nordportal von Schloss Friedenstein zum Friedensgebet für die Ukraine. Die Ukrainefreunde Gotha und die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Gotha hatten eingeladen, um anlässlich des vor vier Jahren völkerrechtswidrig begonnenen Überfalls Russlands auf die Ukraine der Opfer zu gedenken und für einen gerechten Frieden zu beten.
Dietrich Wohlfahrt, der Vorsitzende der Ukrainefreunde, erinnerte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in seiner Begrüßung an den Geist des Ortes vor dem Portal des Friedensteins mit dem Friedenskuss. Dieses Portal mit seinem Schlussstein vermittle die Botschaft aus dem Bibelpsalm 85: Gerechtigkeit und Frieden küssen sich. Dies habe auch heute noch Gültigkeit, so Wohlfahrt, denn: „Gerechtigkeit und Frieden bilden immer die untrennbare Einheit für ein gedeihliches Zusammenleben. Die Ukraine zahlt jeden Tag einen schrecklichen Preis für ihr Recht, frei zu sein. Gerade jetzt braucht sie noch mehr Unterstützung, Stimme und Solidarität.“
Oberbürgermeister Knut Kreuch sicherte in seinem Grußwort den in Gotha lebenden Ukrainerinnen und Ukrainern die weitere Solidarität der Stadt zu.
Schülerinnen und Schüler der Arnoldischule und der Herzog-Ernst-Schule bereicherten mit ihren Text- und Liedbeiträgen das Programm. Artur Shchukin rezitierte das berührende Gedicht „Kyiv weint nicht laut“ von Jurij Andrejew über den Kriegswinter 2025/26 in der ukrainischen Hauptstadt in ukrainischer und deutscher Sprache. Die Schwestern Diana und Julia Chorna sangen die von Schmerz geprägten, aber gleichzeitig auch hoffnungsvollen Lieder „Helden sterben nicht“ und „Wisst ihr, der Krieg wird eines Tages enden“.
Eine Grußbotschaft von Igor Shlonchak, dem wichtigsten Vor-Ort-Partner der Gothaer Ukrainefreunde in der Region Tscherkassy wurde verlesen. Darin schildert er das Kriegsleid der ukrainischen Bevölkerung, insbesondere das der schwächsten Mitglieder der Gemeinschaft. „Wir beten dafür, in einem Land zu leben, in dem gesunder Menschenverstand, gegenseitiges Verständnis und Nächstenliebe herrschen, nicht die Angst vor der Obrigkeit. Wir wollen einfach nur normal leben. Doch der russische Aggressor raubt uns ein friedliches, menschenwürdiges Leben“, hieß es in der Botschaft an die vor dem Schloss Versammelten. Igor Shlonchak dankte für die großartige Hilfe aus Gotha. Erst kürzlich waren von hier ein Hilfstransport und als Winternothilfe ein Spendenerlös von 6000 Euro in die ukrainische Region Tscherkassy gegangen.
„Wir halten – so gut es geht – durch. Aber wir brauchen dringend auch weiterhin die Hilfe der Weltgemeinschaft“, so hieß es am Ende der Grußbotschaft.

Den geistlichen Teil des Friedensgebets gestaltete Pfarrer Jochen Franz. Psalm, Fürbitten und Segen gaben Halt und waren Ausdruck christlicher Hoffnung. Im Gebet wurde um Gottes Beistand gebeten für den Frieden in der Ukraine und der Welt sowie die Opfer aller gegenwärtigen Kriege.
Der Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Gotha sorgte mit Chorälen und am Schluss mit der ukrainischen Nationalhymne für eine der Stimmung des Friedensgebets entsprechende sehr emotionale musikalische Umrahmung.
Nachdenklich, teilweise mit Tränen in den Augen – aber auch mit Hoffnung und dem Bewusstsein, das es gilt, weiter zu kämpfen und zu unterstützen, traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Friedensgebets den Heimweg an.

Fotos: Ukrainefreunde Gotha e.V.

Etwa 200 Gothaer versammelten sich am 24. Februar 2026 vor dem Nordportal von Schloss Friedenstein zum Friedensgebet für die Ukraine. Die Ukrainefreunde Gotha und die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Gotha hatten eingeladen, um anlässlich des vor vier Jahren völkerrechtswidrig begonnenen Überfalls Russlands auf die Ukraine der Opfer zu gedenken und für einen gerechten Frieden zu beten.
Dietrich Wohlfahrt, der Vorsitzende der Ukrainefreunde, erinnerte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in seiner Begrüßung an den Geist des Ortes vor dem Portal des Friedensteins mit dem Friedenskuss. Dieses Portal mit seinem Schlussstein vermittle die Botschaft aus dem Bibelpsalm 85: Gerechtigkeit und Frieden küssen sich. Dies habe auch heute noch Gültigkeit, so Wohlfahrt, denn: „Gerechtigkeit und Frieden bilden immer die untrennbare Einheit für ein gedeihliches Zusammenleben. Die Ukraine zahlt jeden Tag einen schrecklichen Preis für ihr Recht, frei zu sein. Gerade jetzt braucht sie noch mehr Unterstützung, Stimme und Solidarität.“
Oberbürgermeister Knut Kreuch sicherte in seinem Grußwort den in Gotha lebenden Ukrainerinnen und Ukrainern die weitere Solidarität der Stadt zu.
Schülerinnen und Schüler der Arnoldischule und der Herzog-Ernst-Schule bereicherten mit ihren Text- und Liedbeiträgen das Programm. Artur Shchukin rezitierte das berührende Gedicht „Kyiv weint nicht laut“ von Jurij Andrejew über den Kriegswinter 2025/26 in der ukrainischen Hauptstadt in ukrainischer und deutscher Sprache. Die Schwestern Diana und Julia Chorna sangen die von Schmerz geprägten, aber gleichzeitig auch hoffnungsvollen Lieder „Helden sterben nicht“ und „Wisst ihr, der Krieg wird eines Tages enden“.
Eine Grußbotschaft von Igor Shlonchak, dem wichtigsten Vor-Ort-Partner der Gothaer Ukrainefreunde in der Region Tscherkassy wurde verlesen. Darin schildert er das Kriegsleid der ukrainischen Bevölkerung, insbesondere das der schwächsten Mitglieder der Gemeinschaft. „Wir beten dafür, in einem Land zu leben, in dem gesunder Menschenverstand, gegenseitiges Verständnis und Nächstenliebe herrschen, nicht die Angst vor der Obrigkeit. Wir wollen einfach nur normal leben. Doch der russische Aggressor raubt uns ein friedliches, menschenwürdiges Leben“, hieß es in der Botschaft an die vor dem Schloss Versammelten. Igor Shlonchak dankte für die großartige Hilfe aus Gotha. Erst kürzlich waren von hier ein Hilfstransport und als Winternothilfe ein Spendenerlös von 6000 Euro in die ukrainische Region Tscherkassy gegangen.
„Wir halten – so gut es geht – durch. Aber wir brauchen dringend auch weiterhin die Hilfe der Weltgemeinschaft“, so hieß es am Ende der Grußbotschaft.

Den geistlichen Teil des Friedensgebets gestaltete Pfarrer Jochen Franz. Psalm, Fürbitten und Segen gaben Halt und waren Ausdruck christlicher Hoffnung. Im Gebet wurde um Gottes Beistand gebeten für den Frieden in der Ukraine und der Welt sowie die Opfer aller gegenwärtigen Kriege.
Der Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Gotha sorgte mit Chorälen und am Schluss mit der ukrainischen Nationalhymne für eine der Stimmung des Friedensgebets entsprechende sehr emotionale musikalische Umrahmung.
Nachdenklich, teilweise mit Tränen in den Augen – aber auch mit Hoffnung und dem Bewusstsein, das es gilt, weiter zu kämpfen und zu unterstützen, traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Friedensgebets den Heimweg an.

Fotos: Ukrainefreunde Gotha e.V.